Systembeschreibung
Der
robuste Geräterahmen ist aus rostfreien Stahlrohren geschweisst.
Die Armaturen sind allseitig zugänglich und unempfindlich gegen
Feuchtigkeit. Die Tischplatte besteht aus
einem starken wärmebeständigen Kunststoff. Die
Konstruktion vermeidet unzugängliche Winkel und ist daher leicht zu reinigen.
Der Dosierbehälter schwenkt nach dem Auffüllen zur Seite (zurück), wodurch
die Manipulationen beim Verschliessen des Beutels uneingeschränkt (seitlich und
nach oben) durchgeführt werden können.
Entlang des Schwenkbereiches führt eine Rinne. Gelegentliche Tropfen am Ausguss
fallen nicht auf den Beutel, sondern werden in den Ablauf (Eimer) geleitet. Das Auslassventil, zusammen mit dem Ausguss, ist in der Verlängerung
des Dosierbehälters nach unten fest verbunden und vertikal beweglich
angeordnet, was sehr vorteilhaft ist während des Abfüllens.
Das Ausgussrohr taucht in den Beutel ein, gleichzeitig stösst der Strahl
den Beutelboden nach unten, wodurch eine Berührung mit dem Ausgussrohr (Kante)
ausgeschlossen ist. Die Befüllung erfolgt von unten, die Vermengung mit Luft
ist daher gering, wodurch eine Schaumbildung weitgehend vermieden werden kann.
Das System eignet sich deswegen auch zum Abfüllen von Traubensaft.
Die Ein- und Auslassventile weisen keine beweglichen Teile auf, ebenso fehlen
Totwasserräume, wodurch die saftführenden Leitungen und Armaturen für die
Reinigung nicht zerlegt werden müssen. Die Konstruktion dieser pneumatisch betätigten
Ventile ist prädestiniert für eine preisgünstige Automatisierung.
Die elektrisch betätigten Steuerventile bleiben auch nach langen
Stillstandzeiten voll funktionstüchtig.
Betriebsmittel: Netzspannung 230 V,
Pressluft 4 Bar, geringe
Menge
Das
Programm weist drei Betriebsarten auf:
1.
Aufwärmphase
Um die ordentliche Betriebstemperatur zu erlangen,
wird vom Vorratsbehälter heisses Wasser in den Dosierbehälter gefüllt. Danach
wird dieses Wasser an der Beladestation in einen Eimer abgelassen.
2.
Regulärer
Abfüllbetrieb
Sobald der Dosierbehälter voll ist und kein Mundstück
in der Halterung steckt, schwenkt dieser nach vorn über die Abfüllposition.
Dem Benutzer wird hiermit die
Bereitschaft zum Abfüllen in den Beutel signalisiert.
Der Abfüllvorgang wird ausgelöst, sobald das Mundstück vom Beutel in die
Halterung bis zum Anschlag geschoben wird.
In der Regel arbeitet der
Benutzer mit Handschuhen. Zur Steuerung des Abfüllvorganges muss keine Taste
betätigt werden. Dies ist ein Vorteil, der das Arbeiten mit diesem System
komfortabler und auch leistungsfähiger macht. Der Benutzer kann sich voll auf
andere manuelle Tätigkeiten konzentrieren, welche das Bereitstellen des
Gebindes, das Verschliessen des Beutels sowie das Entfernen der Packung vom Abfülltisch
betreffen.
Erfahrungsgemäss wird hiermit eine erhebliche
Rationalisierung erzielt. Eine Person erzielt nun mühelos annähernd dieselbe
Abfüllleistung, wofür bei einer konventionellen Anlage zwei Personen nötig
sind.
3.
Abfüllbetrieb
mit integrierter Hahn-Handhabung
Die Steuerung wartet, bis ein Beutel, zusammen mit
dem Hähnchen im Mundstück, in die Halterung geschoben wird. Unverzüglich
packt der Greifer das Hähnchen und zieht es aus dem Mundstück. Dann schwenkt
der Dosierzylinder mit dem Ausgussrohr nach vorne und beginnt sofort mit dem Abfüllen
in den Beutel. Nach der kurzen Verzögerung für das Abtropfen schwenkt der
Dosierzylinder nach hinten an die Füllposition. Gleichzeitig schwenkt auch das
Hähnchen zurück bis hin senkrecht über das Mundstück. In der Regel drückt
der Anwender auf den Beutel, um die Luft auszutreiben. Sobald der Anwender die
Auslösetaste für das Verschliessen des Beutels betätigt, beginnt die
Verschlussmechanik zu arbeiten. Die
Sicherheit ist dadurch gewährleistet, dass die Taste solange gedrückt werden
muss, bis das Hähnchen das Mundstück berührt. Anschliessend wird das Mundstück
mit Hilfe eines Zylinders aus der Halterung geschoben. Damit stellt sich eine höhere
Betriebssicherheit ein, da der Sensor in der Halterung erst wieder bei einem
neuen (leeren) Beutel ansprechen kann. Der Beutel kann jetzt ungehindert
weggezogen werden. Ein weiterer interessanter Vorteil besteht darin, dass sofort
ein neuer Beutel in die Halterung geschoben werden kann, wodurch keine unnötige
Wartezeit entsteht.
4.
Abschluss
des Auftrages
Wenn der Dosierbehälter in einer bestimmten
Zeitspanne nicht voll wird, dann liegen zwei mögliche Ursachen vor:
a)
Die Getränkezufuhr (vom
Vorratsbehälter) wurde unterbrochen.
b)
Das Ende des Auftrages ist
erreicht (Vorratsbehälter ist leer)
Der Benutzer kann jetzt an der Steuerung wählen
zwischen Warten auf Nachschub, wechseln der Abgabemenge (5 / 10 Liter), Ablassen
in einen kleinen Beutel oder in den Eimer.
Messtechnik
Getränke werden in Liter deklariert. Das Messprinzip arbeitet deshalb
volumetrisch, wodurch das spezifische Gewicht (Öchslegrad) nicht berücksichtigt
werden muss. Der Füllstand wird mittels eines frei schwebenden und elektronisch
abgetasteten Schwimmers gemessen.
Die Füllhöhe kann am Display verfolgt werden.
Vorratsbehälter
Das Getränk fliesst vom Vorratsbehälter durch einen flexiblen Schlauch in
den Dosierzylinder. Die Gefällhöhe zwischen dem Vorratsbehälter und dem
Dosierzylinder beeinflusst die Fülldauer.
An
den meisten Orten ist die Durchflussleistung des Wärmetauschers geringer als
die mögliche Abfüllleistung der Anlage BIBA900 (ausgehend von 10 Liter
Beuteln). Das Fassungsvermögen des Vorratsbehälters sollte idealerweise 40 bis
60 Liter betragen. Somit ergeben sich regelmässig Pausen, während derer die
Packungen weggeschafft und neue Kartons bereitgestellt werden können.
Kalibrierung
BITEC
Engineering stellt eine Tabelle zur Verfügung, worin für verschiedene
Pasteur-Temperaturen das Dosiergewicht des Wassers aufgelistet ist.
Diese auf einer genauen Waage abgemessene Wassermenge wird in den Dosierzylinder
geschüttet. Dann wird die Steuerung angewiesen, den sich dabei ergebenden Füllstand
am Schwimmer abzulesen bzw. zu übernehmen.
Der
Kalibriervorgang wird für beide Dosiervarianten (5 und 10 Liter) durchgeführt.
Die registrierte Füllstandinformation bleibt bei ausgeschalteter
Stromversorgung für mind. 2 Monate
gespeichert.
Am Dosierzylinder ist zusätzlich eine Justierspindel angebracht.
Mit einer Umdrehung lässt sich die Füllmenge um +/-19.5 ml korrigieren.
Kundenstammliste
Auf
einer gedruckten Liste befindet sich eine Abfolge aller bekannten Kunden
(bzw. Lieferanten) mit Name, Ort und Telefonnummer. Jeder Adresse ist
eine Zahl zugeordnet, die vor Beginn des Abfüllauftrages an der Steuerung
eingegeben wird.
Arbeitsrapport
Die Steuerung notiert die Anzahl der abgefüllten Beutel, die Gesamtmenge
und auch die aufgelaufene Arbeitszeit.
Am Ende des Auftrages wird diese Information am Display angezeigt oder auf eine
Etikette ausgedruckt. Später können die gesammelten Daten, auch solche
Informationen welche nicht auf die Etikette gedruckt werden (z.B. Temperatur) an
den Computer gesendet werden.
Zusatzfunktion
"Hebebühne"
Im Geräterahmen ist eine pneumatisch bewegte Plattform integriert. Nach dem
Abpacken des Beutels in den Karton klappt der Einfülltrichter selbsttätig nach
oben, um den nötigen Freiraum zu schaffen. Der Karton wird auf eine bequeme
Arbeitshöhe angehoben, damit der Anwender ohne sich bücken zu müssen arbeiten
kann. Sobald ein leerer Karton auf die Plattform gestellt und die Drucktaste betätigt
wird, sinkt die Plattform wieder auf die Beladehöhe ab. Beim Abklappen des
Trichters werden die Ohren am Karton allseitig ausgerichtet.
Der Trichter ist ideal an den Kragen von 5 und 10 Liter Boxen angepasst. Der
Beutel gleitet, angetrieben von seinem Eigengewicht, ohne zu beschädigen in den
Karton.
Zusatzfunktion
"Kontrolle der Temperatur im Dosierbehälter"
Die Abfülltemperatur ist ein wichtiges Merkmal für eine ordentliche
Pasteurisation. Im Dosierzylinder
wird die Temperatur fortwährend gemessen. Der Messwert, welcher unmittelbar vor
dem Entleeren des Dosierzylinders registriert wurde, wird dann auf die Etikette
gedruckt.
Wenn die Temperatur unter einem bestimmten Grenzwert liegt, dann verweigert die
Steuerung das Abfüllen in den Beutel. Der Ausguss schwenkt in einem solchen
Falle nach hinten an die Füllposition und wartet auf die Anweisung (Freigabe) für
die Entleerung in den Eimer.
Zusatzfunktion
"Etikettendrucker"
Die Steuerung verfügt über eine Datenschnittstelle, an der während des
Betriebes ein Drucker bedient werden kann. Bei jedem Abfüllen wird eine
Etikette mit den relevanten Angaben (z.B. Name des Lieferanten, die Behandlung
des Getränkes, die Abfülltemperatur
und das Verbrauchsdatum) ausgedruckt. Nach dem Ausdruck ist die Etikette
automatisch von der Trägerfolie abgelöst. Die Etikette kann mit Handschuhen
gefasst und sogleich auf den bereitliegenden Beutel geklebt werden.
Zusatzfunktion
"Automatischer Beutelverschluss"
Bei grösseren Serien wird das Verschliessen des Beutels als mühsame Arbeit
empfunden. Der Prozess ist derart konstruiert, dass der Hahn automatisch vom
sterilen Sack entnommen wird und bis zum Schluss festgehalten bleibt. Wenn der
Benutzer den Beutel niederdrückt, um die Luft herauszupressen, löst er
gleichzeitig mit dem Betätigen der Taste ein Signal aus, damit die Steuerung
mit dem Aufsetzen und Einpressen des Hähnchens beginnen kann.
Es ist möglich einen Behälter für desinfizierende Lösung anzubauen.
Gekoppelt mit
dem Ausguss senkt auch das Hähnchen ab, dabei taucht es in die Lösung ein.
Zusatzfunktion
"Kontrolle der Temperatur am Wärmetauscher"
Verschiedene Parameter (abnehmende Gefällhöhe oder Ablagerungen im Wärmetauscher)
führen zu einem Abdriften der eingestellten Pasteurtemperatur. Der Süssmoster
ist während der Arbeit sehr beansprucht, was dazu führt, dass er oft zu spät
die aktuelle Temperatur am Wärmetauscher prüft.
Je nach dem kann die Qualität des Erzeugnisses beeinträchtigt werden.
Die Hardware ist standardmässig mit den nötigen Bauteilen ausgestattet, um
eine externe Durchflussregelung am Wärmetauscher zu ermöglichen. Dazu wird ein
Temperatursensor und ein Stellantrieb für das Durchflussventil oder für eine
dreh-zahlgeregelte Pumpe benötigt. Die Anschlussdosen sind am Gerät vorhanden.
Technische
Angaben (Abfüllleistung) Betriebsart
10 Liter
Dosierbehälter
auffüllen = 17 - 19
Sekunden
In
Beutel abfüllen = 13
Sekunden
Abtropfen
üb. Mundstück =
3 Sekunden
Handling
(Anlage wartet) =
6 Sekunden (entfällt bei der Verschlusstechnik) Zyklusdauer reguläre
= 40 Sekunden entspr. ca. 900
Liter pro Stunde
Wartungsarbeit
Die Abfüllanlage ist einfach gebaut, alle Bauteile sind gut zugänglich und
somit leicht zu pflegen, womit dem Hygieneanspruch voll Rechnung getragen wird.
Der Dosierzylinder kann mit einem Handgriff von der Maschine getrennt werden.
Das Ein- und Auslassventil darf in einen mit Lauge gefüllten Eimer
gelegt werden. Die ganze Maschine darf mit Wasser abgespritzt werden. Nur der
Etikettendrucker muss vorher entfernt werden.
Betriebsbedingungen
Die Konstruktion berücksichtigt die anspruchsvollen Bedingungen wie
Temperatur, klebrige Saftrückstände, Spülwasser und namentlich raue
Handhabung.
Bedienung
Die Konfiguration der Steuerung wird am angekoppelten Computer festgelegt.
Vor einem Auftrag, bei einer Unterbrechung oder am Ende müssen an der Steuerung
bestimmte Eingaben gemacht werden.
Die Steuerung bietet ausreichend Hilfe an (deutliche Anweisungen auf
Frontfolie). Der Benutzer dieser Anlage benötigt für den Betrieb keine zusätzliche
Ausbildung. Die Handhabung ist ebenso für Linkshänder geeignet.
Sicherheit
(Gefahrenmomente)
Die mechanische Konstruktion ist derart gestaltet, dass ein Verletzungsrisiko
sehr gering gehalten werden kann. Die Hubkräfte der Pneumatikzylinder sind
minimal und zeitgesteuert. Bei Ausfall der Stromversorgung wird die Saftzufuhr
vom Vorratstank unterbrochen. Das Auslassventil schliesst sofort. Alle übrigen
Einrichtungen, welche mit Pressluft angetrieben sind, werden kraftlos und frei
beweglich.
Die Abfüllanlage hat keine elektrischen Schalter oder Taster ausserhalb des Steuerungskastens.
Die Sensoren in der Steuerung werden magnetisch angeregt.
Nach dem Einschalten der Stromversorgung müssen bestimmte Anweisungen
vom Benutzer manuell ausgeführt werden. Der Dosierzylinder ist immer entleert,
bevor Luftdruck auf die Arbeitszylinder geleitet wird.
Mit dem Einsatz der Zusatzeinrichtung "Automatischer Beutelverschluss"
wird die Betriebssicherheit zusätzlich erhöht. Ein unbeabsichtigtes Ablassen
in einen bereits gefüllten Beutel ist nicht möglich.
Wenn während des Ablassens des heissen Mediums aus dem Dosierzylinder eine
beliebige Taste betätigt wird (ohne Hebebühne), dann wird sofort das
Ablassventil geschlossen. Die Abfüllanlage wurde von der SUVA begutachtet.
Sicherheit
(technische Störung) (Option)
Die Ein- und Auslassventile können mit den pneumatischen Schnellverschlüssen
an ein externes, von Hand bedienbares, Ventil gekoppelt werden. Am Steigrohr
wird der Füllstand visuell beobachtet und die Dosierung entsprechend manuell
geregelt.
Anschaffungskosten
Viele Bauelemente wurden für andere industrielle Zwecke entwickelt und in
grossen Mengen hergestellt. Somit kommen Komponenten zum Einsatz, welche die
Praxisbedingungen erfolgreich bestanden haben und nun Gewähr für einen störungsfreien
Betrieb bieten. Gepaart mit der Erfahrung des Konstrukteurs konnte eine
preiswerte Anlage gebaut werden.
Die Konstruktion ist modulartig aufgebaut. Man kann die Maschine in der
einfachsten Ausführung erwerben und später je nach Bedürfnis beim Hersteller
ausbauen lassen.
Zusammenfassung
·
Hohe
Abfüllleistung
·
Schonende
Behandlung des Saftes
·
Protokollierung
des Auftrages (Etikettendrucker / Computer)
·
Bedienerfreundlich
·
Pflegeleicht
·
Wartungsarm
·
Betriebssicher
·
Modular
erweiterbar für mehrere nützliche Zusatzfunktionen
·
Preiswert